Bericht von Julia Print

Peace Tour 2008

Als ich das erste Mal von der Peace Tour gehört habe, war ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich das wirklich machen möchte und habe mir die schrecklichsten Dinge ausgemalt, wie das alles laufen und was passieren könnte.

Welche richtigen 15-18jährigen haben schon Lust und Zeit in den schwer ersehnten Sommerferien, mit irgendwelchen Wildfremden, durch Österreich zu touren?!

ICH hatte Lust.

Die Möglichkeit so eine Erfahrung zu machen kriegt nicht jeder, egal ob sie (wünschenswerterweise) sensationell- fantastisch wird oder der totale Mist.
Und obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich mich mit verhüllten Israelinnen und konservativ denkenden bzw. Frauen diskriminierenden Israelis, (von denen einige angeblich noch dazu nicht mal richtiges Englisch konnten) fühlen werde, fuhr ich mit einer relativ sehr positiven Einstellung zum Flughafen.


Ich bin heilfroh, dass meine Vorurteile sich nicht bewahrheitet haben.

Die skeptische Abcheckung und Begrüßung ließ uns Österreicher, die wir uns schon kannten, noch nicht wirklich vermuten, dass diese Skepsis und Distanz  nicht wirklich länger als die ersten 10 Minuten anhalten sollte.
Bis wir uns dann im Bus unterhielten. Auf Englisch.

Dass wir nach der ersten Nacht unsere Zimmerparnter wechseln sollten, zu gleichgeschlechtlichen, wenn möglich, anderes staatigen, bewirkten die Betreuer vom Roundtable ein noch schnelleres Kennenlernen.

Ich lernte manche Mädels noch viel herzlicher und besser kennen, als meine bisher besten Freundinnen, oder langjährigen Klassenkameraden.
Die Burschen waren auch schwer OK. Obwohl manche von ihnen etwas rassistische Einstellungen hatten, konnte man mit ihnen genau so viel Spaß haben wie mit Freunden, Bekannten, Österreichern.

Die „Ausflüge“ waren, glaub ich, für die Österreicher teilweise genauso sehenswert und interessant wie für die Israelis, z.B.: die Swarowski Kristallwelt war der Wahnsinn und echt ein Erlebnis für mich.
Aber eben leider nicht immer, vor allem die Stadtbesichtigungen; liegt aber vielleicht daran, dass wir Ösis die schon öfters gesehen haben…

Bei der Verabschiedung war es dann, glaub ich, sogar für die „Coolsten“ sehr schwer nicht zu heulen, und so sah man dann die meisten Burschen weinen- wir Mädchen sowieso.
Wir hatten 2 sehr tolle Wochen, die nun zu Ende waren und wir wussten auch nicht wann und ob, wir uns je wieder sehn werden.

Vielleicht nie.

Eigentlich könnte ich sagen, dass ich Freunde fürs Leben gefunden habe; nur schließt diese Bezeichnung nicht ein, dass man zumindest einen Teil seiner Zeit und seines Lebens mit einander verbringt, oder dass sie in deinem Leben vorkommen?!...


Ich glaube sagen zu können, dass die meisten von uns, und vor allem ich, sich wahnsinnig gefreut hätten sich diesen Sommer wieder zusehen, egal ob in Israel oder wieder in Österreich.


  Es war eines der besten Dinge die mir je passiert sind, dass ich diese tollen,
  netten, herzlichen, und einfach anderen, aber doch total gleichen Teenagers
  kennen lernen durfte.
 Es können nicht viele von sich sagen, dass die beste Freundin, jüdisch ist und in Israel lebt.




Mit herzlichen  Grüßen
Julia

 

Last Updated ( Monday, 04 May 2009 22:52 )